Ausbildungs-Offensive für Migrant*innen

Integrations-Landesrat Rudi Anschober und Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer starten eine landesweite Offensive in der Pflegeausbildung, um dem Fachkräftemangel gegenzusteuern und das Pflegeangebot in Oberösterreich auch zukünftig sicherstellen zu können. Zielgruppe der landesweiten Offensiven sind u.a. Asylwerbende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte, Drittstaatsangehörige und EU-Bürger*innen.

Mögliche Ausbildungen im Pflegebereich sind Heimhelfer*in, Pflegefachassistent*in, Fachsozialbetreuer*in Behindertenarbeit und Fachsozialbetreuer*in Altenarbeit.

Für die Ausbildungen gibt es unterschiedliche Modelle, um Menschen in möglichst vielen verschiedenen Lebenssituationen die Absolvierung einer Ausbildung zu ermöglichen: Vom Stiftungsmodell (für Leistungsbezieher*innen des AMS), über ein Fachkräftestipendium (für Umsteiger*innen) bis zur Anstellung bei einem regionalen Träger sozialer Hilfe (für Personen ohne Absicherung des Lebensunterhalts). Für den Erwerb fehlender Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildungen werden ab Herbst 2019 erstmals Vorbereitungslehrgänge speziell für Migrant*innen angeboten.

Ohne Zuwanderung würden Pflege und Gesundheitssystem nicht funktionieren.

Erfolgsgeschichten wie jene von Frau Ruth, die aus dem Kongo stammt und als Altenpflegerin in Wels Fuß gefasst hat, zeigen, wie gut die Integration im Pflegebereich funktionieren kann und wie wichtig ihr Beitrag für die Gesellschaft und das Miteinander ist. 17 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sind heute bereits wichtige Stützen vieler Wirtschaftsbereiche, gerade aber auch des Sozial- und Gesundheitssystems.

Bild mit Landesrätin Birgit Gerstorfer, Ruth Makiese Nzola, Mag.a (FH) Susanne Kunze, Mag.a Heike Wöckinger, Landesrat Rudi Anschober
Landesrätin Birgit Gerstorfer, Ruth Makiese Nzola, Mag.a (FH) Susanne Kunze, Mag.a Heike Wöckinger, Landesrat Rudi Anschober, Bild: Land OÖ/Denise Stinglmayr

Vorbereitungslehrgänge speziell für Migrant*innen:

  • für den Erwerb fehlender Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildungen
  • 2 Semester
  • Angebote sowohl von Caritas als auch Diakonie als auch Altenpflegeschule Land OÖ
  • Start Herbst 2019
  • positiver Abschluss berechtigt ohne weitere Aufnahmeprüfung zur Absolvierung der Ausbildungslehrgänge

In den Caritas-Schulen für Sozialbetreuungsberufe in Linz-Urfahr und Ebensee gibt es ab Herbst 2019 einen neuen Vorbereitungslehrgang für Erwachsene mit Migrationshintergrund, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Voraussetzung sind der erfolgreiche Abschluss einer Pflichtschule, sowie die grundsätzliche gesundheitliche Eignung für den Sozialbetreuungsberuf und Vertrauenswürdigkeit. Der Vorbereitungslehrgang dauert zwei Semester und umfasst 1.040 Gesamtstunden (560 Theoriestunden und 480 Praktikumsstunden). Der Vorbereitungslehrgang berechtigt die Absolvent*innen anschließend – ohne weiteres Aufnahmeverfahren – zum Eintritt in die Ausbildung zur/m Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuer*in Altenarbeit, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung oder Familienarbeit.

Anmeldungen zum Vorbereitungslehrgang noch möglich:

Im Caritas-Schulzentrum Josee in Ebensee und in der Caritas Schule am Linzer Schiefersederweg kommt im September fix je ein Vorbereitungslehrgang zustande. (Alten- und Familienarbeit)
Schiefersederweg 53, 4040 Linz
Tel.: 0732/737782, www.ausbildungszentrum-linz.at
Caritas-Schulzentrum Josee (Alten-, Familien-, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung)
Langbathstraße 44, 4802 Ebensee am Traunsee
Tel.: 06133/5204-10, www.josee.at

Der Vorbereitungslehrgang startet am 9. September an den Schulen für Sozialbetreuungsberufe des Diakoniewerks in Gallneukirchen und Wels und dauert 2 Semester. Besonderer Schwerpunkt liegt beim Deutschunterricht, mehr als 140 Stunden bieten die optimale Voraussetzung für die anschließende Fachausbildung.

Auch die 360 Stunden Praktikum in unterschiedlichen Einsatzgebieten der Sozialbetreuungs- und Gesundheitsberufe sollen helfen, realistische Bilder über mögliche, zukünftige Berufsfelder zu entwickeln.

Anmeldungen noch bis Ende Juli möglich

Anmeldungen sind noch bis Ende Juli an den Schulstandorten in Gallneukirchen oder Wels bzw. über www.zukunftsberufe.at möglich. Förderung des Lebensunterhalts durch eine Stiftung sind möglich, Auskünfte erteilt die zuständige AMS Bezirksstelle.

connect-Tipp

Workshop bei der Messe

Neuer Job - in der neuen Heimat

19.11.2019, 14.00 Uhr
FH OÖ, Hörsaal 1,  Eintritt frei!
Workshop für Migrant*innen
maiz, Caritas OÖ, migrare, Altenbetreuungsschule OÖ

Bild von buntem Löwenzahn
Bild: Monsterkoi/pixabay

Du bist in einem anderen Land geboren und lebst nun in Österreich? Du interessierst Dich für einen Sozialberuf oder hast bereits Erfahrung? 4 Organisationen stellen Dir ihre Angebote vor, die Dir Deinen Weg in den Sozialbereich erleichtern. Wir freuen uns auf Dich!

Vorbereitungslehrgang SOB
Der einjährige Vorbereitungslehrgang SOB ist ein Angebot der Caritas Schulen für Sozialbetreuungsberufe. Er richtet sich an Interessierte, die gerne mit alten oder behinderten Menschen arbeiten möchten, die aber die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Sozialbetreuungsberuf noch nicht erfüllen. Seit dem Schuljahr 2019/20 gibt es die Möglichkeit, in einem Vorbereitungslehrgang die deutsche Sprache zu festigen und das erforderliche Wissen und Können für den Ausbildungsstart in einem Sozialbetreuungsberuf zu erwerben.

Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen
migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ informiert über die Anerkennung von Qualifikationen im Bereich der Sozial- und Gesundheitsberufe, die im Ausland erworben wurden. Die Anerkennung der formalen Bildung kann helfen, eine entsprechende Arbeit zu finden.

Potenziale nutzen, denn Schulnoten allein sind nicht das Problem
Die Potenziale von Migrant*innen in Ausbildung müssen stärker ins Blickfeld rücken: Zweisprachigkeit und Kenntnisse über Kulturen und Mentalitäten sind hilfreich und Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich sollen dieses Potenziale nutzen. Der Workshop der Altenbetreuungsschule des Landes OÖ zeigt Handlungsempfehlungen auf, die Wirkung zeigen und die Integration von Migrant*innen in Ausbildung und Beschäftigung ein Stück weit voranbringen.

PreQual-Kurse
Der PreQual Kurs ist eine Vorbereitung für migrantische Frauen im Gesundheitsbereich und soll den Zugang zu Gesundheitsberufen und deren Ausbildungen erleichtern. maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen gibt einen kurzen Einblick in das Kursangebot und beantwortet gerne Deine Fragen.

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