Camilla sitzt im Hintergrund, sie sieht eine Frau an, von der man nur den Rücken sieht
Bild: Soziale Initiative

Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken

CAMILLA BORREGAARD-JENSEN

ist 28 Jahre alt und hat schon ihr Berufspraktikum während des Lehrgangs zur Akademischen Sozialpädagogischen Fachbetreuerin im Team Linz 2 der Sozialen Initiative absolviert. Bereits nach drei Monaten wurde sie im Herbst 2015 fix ins Team aufgenommen.

Hier sitzt Camilla am Schreibtisch
Bild: Soziale Initiative

WIE SIEHT EIN ARBEITSTAG BEI DIR AUS, WAS SIND DEINE AUFGABEN?

Jeder Tag gestaltet sich für eine sozialpädagogische Familienbetreuerin individuell, da das Arbeiten sehr selbständig von statten geht.  Ich als Vollzeitangestellte betreue immer so acht bis zehn Familien, die ich mindestens 1 x pro Woche besuche. Diese Termine darf ich selbständig vereinbaren, sie finden sowohl bei den Familien zu Hause als auch außerhalb statt, z. B. bei Schulgesprächen, Behördengängen etc.

Meine Aufgaben sind unter anderem, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken und zu unterstützen, das Familiensystem zu entlasten und zu stabilisieren und die Familie beim Finden von neuen Handlungs- und Lösungsstrategien zu begleiten. Ich gehe beispielsweise die Haushaltsführung mit den Eltern durch oder spiele mit den Kindern, um die Eltern einerseits zu entlasten, andererseits ihnen zu zeigen, wie man die Zeit mit den Kindern für alle positiv verbringen kann. Ich sorge für unterschiedliche Gesprächssituationen, da sich nicht jeder in der klassischen Beratungssituation wohlfühlt, z. B. entstehen die besten Gespräche oft beim Kochen oder Spazierengehen. Die achtsame Dokumentation gehört natürlich auch zum Alltag.

WARUM HAST DU DICH FÜR EINEN SOZIALBERUF ENTSCHIEDEN?

Weil es mir wichtig ist, dass meine Arbeit Sinn macht. Kinder und Jugendliche haben oft nicht die Sprache oder das Werkzeug, sich zu schützen. Es ist mir ein Anliegen, dass alle Kinder mit der gleichen Chance ins Leben starten können.

Ich gehe davon aus, dass alle Eltern das Beste für ihre Kinder wollen, es aber aufgrund ihre eigenen Geschichte oft nicht schaffen – dabei unterstütze ich sie gerne.

WELCHE AUSBILDUNG HAST DU GEMACHT?

BAKIP mit Matura (Kindergarten- und Früherziehungspädagogin), Akad. Sozialpädagogische Fachbetreuerin (FH Lehrgang), Traumapädagogik (Traumainstitut Österreich), Tiergestützte Pädagogik

WAS SOLLTE MAN FÜR DEINEN JOB MITBRINGEN?

Flexibilität, ein hohes Maß an Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Organisationsfähigkeit, viel Freude an der Arbeit mit Menschen.

WAS SIND DIE HERAUSFORDERUNGEN IN DEINEM BERUF?

Meine eigene Werte und Vorstellungen muss ich zu Hause lassen, ich darf sie den Familien nicht überstülpen. Der Beziehungsaufbau in der Anfangsphase einer Betreuung, solange noch kein Vertrauen besteht, kann langwierig sein.

WAS SIND DIE HIGHLIGHTS IN DEINER ARBEIT?

Wenn Schritte, an denen gearbeitet wird, gelingen. Wenn Familien die Betreuung als Unterstützung ansehen können. Oft sind kleine Schritte auch große – wenn nicht mehr jedes Gespräch zwischen Eltern und Kindern im Geschrei endet, wenn Tagesstruktur schrittweise eingehalten werden kann …

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