Auf dem Bild steht Gottfried Zeiner im Garten
Bild: Kinderfreunde OÖ

Kinder nicht in Watte packen

Gottfried Zeiner

leitet seit 1.9.2008 den Hort Langholzfeld in Pasching. Träger dieser fünfgruppigen Einrichtung ist die Familienzentren GmbH der OÖ Kinderfreunde. Insgesamt arbeiten zehn MitarbeiterInnen im Hort und betreuen 93 Kinder. Goffried Zeiner war bis heuer zusätzlich gruppenführender Pädagoge, seit September ist er nun freigestellt und kann sich voll und ganz auf seine Leiter-Funktion konzentrieren.

Auf dem Bild sieht man Gottfried Zeiner im Garten
Bild: Kinderfreunde OÖ

Wie sieht ein Arbeitstag bei dir aus, was sind deine Aufgaben?

Mein Arbeitstag startet mit E-Mails und Post prüfen. Gerade zu Beginn eines Schuljahres ist sehr viel Administratives zu erledigen: es müssen Kinderlisten aktualisiert, Beiträge berechnet und Anträge beim Land Oberösterreich getätigt werden. Besonders wichtig sind auch die Teamgespräche, um sich auszutauschen und die pädagogische Linie zu besprechen. Im Laufe des Tages besuche ich jede Gruppe, um mir einen Überblick zu verschaffen, was so die Themen sind und wie es den Kindern geht. Das ist mir besonders wichtig!

Warum hast du dich für einen Sozialberuf entschieden?

Das liegt sicher mit meiner Familiengeschichte zusammen. Ich bin mit acht Geschwistern aufgewachsen und der Zusammenhalt war immer groß. Lustigerweise haben die meisten meiner Geschwister einen Sozialberuf gewählt. Nach meinem Zivildienst bei der Rettung wollte ich Krankenpfleger werden. Ich habe mich dann doch für ein freiwilliges Soziales Jahr im SOS Kinderdorf Altmünster entschieden. Danach wusste ich sofort, dass ich mit Kindern arbeiten möchte.

Welche Ausbildung hast du gemacht?

Ich habe die zweijährige Bildungsanstalt für Heim- und Horterzieher der Diözese in Innsbruck absolviert. Später machte ich noch den Bachelor für Erziehungswissenschaften in Salzburg, dafür habe ich eigens die Studienberechtigungsprüfung abgelegt. Mir ist es wichtig, dass ich mich kontinuierliche weiterbilde – wie etwa zuletzt vor zwei Wochen am Land OÖ zum Thema „Kinder in Not – wie erkenne ich Vernachlässigung“!

Was sollte man für deinen Job mitbringen?

Um als Pädagoge arbeiten zu können, braucht es natürlich einen gesetzlichen Nachweis. Aber das alleine reicht auf keinen Fall aus. Es braucht viel Geduld, Gespür, Einfühlungsvermögen aber auch einen gewissen Realismus. Die Kunst des Pädagogen besteht darin, die Kinder bei ihrer jeweiligen Entwicklung abzuholen und bestmöglich zu unterstützen.

Was sind die Herausforderungen in deinem Beruf?

Zurzeit sicherlich das Personalthema: Es wird immer schwieriger Fachpersonal für diesen Job zu finden und noch dazu muss man ja die richtigen Leute finden! Gerade bei Krankenständen muss ich einspringen. Die gesetzlichen Vorgaben werden leider auch immer schwieriger. Ich würde den Kindern für ihre Entwicklung gerne mehr Freiräume geben, sie auf Bäume klettern lassen! Durch die Vorgaben werden wir hier immer mehr eingeschränkt! Das Wohl der Kinder steht immer im Vordergrund, aber es ist nun einmal so, dass in diesem Beruf keine Fehler erlaubt sind!

Was sind die Highlights in deiner Arbeit?

Da gibt es viele! Ein Highlight ist, wenn man ehemalige Hortkinder trifft und sie dir sagen, dass es eine schöne Zeit im Hort war. Wenn sie dich auch nach 20 Jahren noch auf der Straße erkennen und ansprechen. Das zeigt mir, dass ich in Erinnerung geblieben bin und alles richtig gemacht habe. Im Alltag ist es schön, wenn ich merke, dass die Kinder mich brauchen. Ein besonderes Highlight ist es wenn ich merke, dass die Arbeit Anklang findet und von der Umgebung in wertschätzender Weise über den Hort gesprochen wird – und das höre ich bei uns in Pasching sowohl von Seiten der Gemeinde und auch aus der Bevölkerung von Langholzfeld immer wieder. Und auch unser Dienstgeber schätzt unseren Einsatz sehr.

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